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Technische Artikel

Automatische Schiebetüren in Gewerbe- und Objektbauten

Automatische Schiebetüren im Objektbau: gedämmt oder ungedämmt, Eingang und Energie, Flucht- und Rettungswege, Brandschutz in EI15/EI30 und Hebeschiebetüren.

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Finestra Solution tehniskā komanda

·24. September 2026·4 Min. Lesezeit
Automatische Schiebetüren in Gewerbe- und Objektbauten, Blogbeitrag

Automatische Schiebetüren sind der Standard an Eingängen von Einkaufszentren, Kliniken, Bürogebäuden, Hotels und Bahnhöfen. Sie öffnen berührungslos, sind barrierefrei und bewältigen hohe Personenfrequenzen. Für Planer und Metallbauer stellen sich dabei mehrere Fragen: gedämmtes oder ungedämmtes System, wie viel Energie am Eingang verloren geht, was im Rettungsweg gilt und wann eine Brandschutz-Schiebetür nötig ist. Dieser Beitrag gibt einen Überblick.

Systemtypen: gedämmt oder ungedämmt

Aluprof MB-DPA ist ein Schiebetürsystem für automatische und manuelle Anlagen, erhältlich in einer gedämmten und einer ungedämmten Ausführung. Die Flügel können bis zu 3,0 m breit und bis zu 200 kg schwer sein. Damit lassen sich breite Eingänge mit großen Glasflächen realisieren.

  • Gedämmte Ausführung: für Außentüren in beheizten Gebäuden, wo die Tür Teil der thermischen Hülle ist.
  • Ungedämmte Ausführung: für Innentüren, Windfänge, Passagen und Bereiche ohne Temperaturunterschied.
  • Varianten: ein- oder zweiflügelig, mit Festfeldern und Oberlicht, integriert in eine Pfosten-Riegel-Fassade oder als eigenständiges Element.

Weil die Flügel bis 3,0 m breit sein können, lassen sich auch Eingänge für Warenverkehr, Rollstühle, Krankenbetten oder große Besucherströme mit einer einzigen Anlage lösen. Bei der Wahl der Flügelbreite sollten Glasgewicht und Öffnungsgeschwindigkeit berücksichtigt werden, damit die Tür im Alltag zügig und sicher arbeitet.

Der Antrieb wird oberhalb der Flügel in einem Kämpferprofil untergebracht. Sensoren, Steuerung und Programmwahlschalter bestimmen, wie die Tür öffnet, zum Beispiel automatisch, nur Ausgang, Daueroffen oder verriegelt.

Eingang und Energie

Ein stark frequentierter Eingang ist eine der größten Energieverlustquellen eines Gebäudes. Nicht nur der U-Wert der Tür zählt, sondern vor allem, wie lange und wie weit sie offen steht. Planer haben mehrere Stellschrauben:

  1. 1Windfang mit zwei hintereinanderliegenden Türen, damit nie beide gleichzeitig offen sind.
  2. 2Gedämmte Profile und Isolierglas für die Außentür.
  3. 3Öffnungsweite an die tatsächliche Nutzung anpassen, etwa durch einen Winterbetrieb mit reduzierter Öffnungsbreite.
  4. 4Sensoren so einstellen, dass die Tür nicht durch vorbeigehende Personen unnötig öffnet.
  5. 5Luftschleier oder Heizung im Windfang, wo die Nutzung es erfordert.
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Bei sehr hohen Personenfrequenzen ist ein Windfang meist wirksamer als jede Verbesserung des U-Werts. Planen Sie die Tiefe des Windfangs so, dass sich die beiden Türen nicht gleichzeitig öffnen.

Automatische Schiebetüren in Flucht- und Rettungswegen

Liegt eine automatische Schiebetür im Rettungsweg, muss sie im Notfall sicher öffnen, auch bei Störung oder Stromausfall. In der Regel wird das durch eine redundante Steuerung, eine Notstromversorgung und eine Öffnung bei Fehlfunktion erreicht, oder durch Flügel mit Break-Out-Funktion, die sich in Fluchtrichtung aufdrücken lassen.

Die konkreten Anforderungen sind national geregelt. In Deutschland ist unter anderem die Richtlinie über automatische Schiebetüren in Rettungswegen (AutSchR) zu beachten, andere Länder haben eigene Vorschriften. Maßgeblich sind außerdem das Brandschutzkonzept und die Abstimmung mit dem Prüfsachverständigen. Prüfen Sie die nationale Anforderung für Ihr Projekt, bevor die Tür ausgeschrieben wird.

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Die Fluchtwegfunktion betrifft Antrieb, Steuerung, Sensorik und Flügel gemeinsam. Klären Sie früh, wer den Nachweis für die gesamte Anlage erbringt.

Automatische Brandschutz-Schiebetüren

Wo eine Schiebetür in einer Brandschutzwand liegt, zum Beispiel zwischen Mall und Verkaufsfläche oder in Klinikfluren, reicht eine normale Automatiktür nicht aus. Aluprof MB-78EI DPA verbindet berührungslosen Betrieb mit einer Feuerwiderstandsklasse EI15 oder EI30. Im Alltag funktioniert die Tür wie eine normale automatische Schiebetür, im Brandfall schließt sie und bildet einen Raumabschluss mit Wärmedämmung.

Für Brandschutz-Schiebetüren gelten dieselben Grundsätze wie für andere Feuerschutzabschlüsse: Die Klasse muss zum Brandschutzkonzept passen, die Ansteuerung über Rauchmelder oder die Brandmeldeanlage ist abzustimmen, und die Einbausituation muss der Klassifizierung entsprechen. Weitere Brandschutzsysteme finden Sie in unserer Kategorie Brandschutzsysteme.

Barrierefreiheit, Sicherheit und Betrieb

Automatische Schiebetüren sind ein wichtiger Baustein für barrierefreie Eingänge. Sie öffnen ohne Kraftaufwand, geben eine breite lichte Durchgangsbreite frei und lassen sich mit einer flachen Bodenschwelle ausführen. Wie Schwelle, Entwässerung und Abdichtung am Boden gelöst werden, hängt vom Anschluss an den Bodenaufbau ab und sollte früh mit dem Architekten abgestimmt werden.

Außerhalb der Öffnungszeiten muss der Eingang sicher verschlossen sein. Verriegelungen, Zutrittskontrolle und die Einbindung in die Gebäudeleittechnik gehören deshalb in die Ausschreibung. Bei Glasflügeln ist Sicherheitsglas üblich, je nach Nutzung auch mit erhöhter Einbruchhemmung.

  • Sicherheitssensorik überwacht den Schließbereich und verhindert, dass Personen eingeklemmt werden.
  • Programmwahlschalter ermöglichen unterschiedliche Betriebsarten für Tag, Nacht und Veranstaltungen.
  • Regelmäßige Wartung durch Fachpersonal ist für Automatiktüren üblich, im Rettungsweg meist vorgeschrieben.
  • Große Glasflächen brauchen Markierungen, damit sie gut wahrgenommen werden.

Automatische Schiebetür oder große Hebeschiebetür?

Nicht jede große Schiebetür im Objektbau muss automatisch sein. Für Terrassen, Dachgärten, Restaurants, Hotelzimmer oder Gemeinschaftsräume in Wohnanlagen sind Hebeschiebetüren oft die bessere Wahl: Sie werden seltener geöffnet, sollen dafür große Öffnungen freigeben und sehr gut dämmen.

  • Aluprof MB-82HS: Uw ab 0,60 W/(m²K), Flügel bis 3,24 × 3,3 m und bis 600 kg.
  • Aluprof MB-77HS: hohe Luft-, Wasser- und Winddichtheit für energieeffiziente Gebäude.
  • Procural SL1600TT HI: Hebeschiebe-Technik mit RC2 und Flügelgewichten bis 400 kg.
  • Procural SL1600TT: bis zu 8 Flügel, RC2, auch mit motorischem Antrieb.

In vielen Objekten kommen beide Lösungen vor: Am Haupteingang eine automatische Schiebetür mit Windfang, an Terrassen, Dachgärten oder Gemeinschaftsflächen große Hebeschiebetüren oder Panorama-Schiebetüren. Wo eine große Schiebeanlage trotzdem motorisch betrieben werden soll, etwa in Restaurants oder Hotellobbys, lässt sich Procural SL1600TT mit Antrieb ausführen. Entscheidend ist, wie oft die Tür genutzt wird, wer sie bedient und welche Rolle sie für Wärmeschutz und Sicherheit spielt.

Automatische Schiebetür für viele Durchgänge pro Tag, Hebeschiebetür für große, gut gedämmte Öffnungen mit gelegentlicher Nutzung.

Eine Übersicht aller Schiebesysteme, von der automatischen Eingangstür bis zur Panorama-Hebeschiebetür, finden Sie in unserer Kategorie Schiebesysteme.

Sie planen Eingänge, Windfänge oder Brandschutz-Schiebetüren für ein Objekt? Senden Sie uns Grundrisse, Ansichten und die Anforderungen an Wärmeschutz, Rettungsweg und Brandschutz über unsere Kontaktseite. Die Beratung ist kostenlos, und Sie erhalten innerhalb von 1–2 Werktagen eine Rückmeldung.

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