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Technische Artikel

Aluminiumfenster für Passivhaus und Niedrigenergiegebäude

Was Uw, Uf und Ug aussagen, warum Einbau und Verglasung den Wert entscheiden und welche Aluminiumsysteme Uw ab 0,53 W/(m²K) und Passivhaus-Niveau erreichen.

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Finestra Solution tehniskā komanda

·24. September 2026·4 Min. Lesezeit
Aluminiumfenster für Passivhaus und Niedrigenergiegebäude, Blogbeitrag

Aluminiumfenster galten lange als Schwachpunkt in der Gebäudehülle. Moderne Systeme mit breiten Isolierstegen, Mitteldichtungen und Dämmeinlagen erreichen heute Werte, die für Passivhäuser und Niedrigenergiegebäude ausreichen, bei schlanken Profilen und hoher Stabilität für große Formate. Für Verwaltungsbauten, Schulen und Geschosswohnungsbau ist das ein entscheidender Vorteil. Dieser Beitrag erklärt die Kennwerte und zeigt, worauf es bei Planung und Ausschreibung ankommt.

Uw, Uf, Ug: was die Kennwerte aussagen

Der Wärmedurchgangskoeffizient U gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Beim Fenster werden drei Werte unterschieden:

  • Uf (frame): der Wert des Rahmens, also von Blendrahmen und Flügel.
  • Ug (glazing): der Wert der Verglasung in Scheibenmitte.
  • Uw (window): der Wert des gesamten Fensters. Er setzt sich aus Uf, Ug, den Flächenanteilen und dem Wärmebrückenverlust am Glasrand (Psi-Wert des Randverbunds) zusammen.

Für den Vergleich von Systemen ist der Uw-Wert maßgeblich, er gilt aber immer für ein bestimmtes Fenstermaß und eine bestimmte Verglasung. Ein großes Fenster mit hohem Glasanteil erreicht meist einen besseren Uw als ein kleines Fenster mit schmalen Flügeln. Angaben wie „Uw ab 0,53 W/(m²K)“ beziehen sich daher auf eine definierte Referenzkonfiguration.

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Bei Pfosten-Riegel-Fassaden spricht man statt Uw vom Ucw-Wert (curtain wall). Die Logik ist dieselbe: Rahmen, Füllung und Randverbund werden über die Fläche gemittelt.

Welche Systeme welche Werte erreichen

Für Passivhaus- und Niedrigenergieprojekte liefern wir Aluminiumfenster von Aluprof, Procural und Schüco. Die wichtigsten Systeme und ihre Kennwerte:

  • Aluprof MB-104 PASSIVE: vom Passivhaus Institut Darmstadt zertifiziert, Uw ab 0,53 W/(m²K).
  • Aluprof MB-86N: Uw ab 0,62 W/(m²K), Einbruchhemmung bis RC4.
  • Aluprof MB-79N: Uw ab 0,64 W/(m²K), Einbruchhemmung bis RC3.
  • Procural PE96HI: 96 mm Bautiefe, Uw 0,66 W/(m²K) mit Dreifachverglasung.
  • Schüco AWS 90.SI+: 90 mm Grundbautiefe, Passivhaus-zertifiziert.
  • Schüco AWS 120 CC.SI: Passivhaus-zertifiziertes Fenstersystem mit integriertem Sonnenschutz Schüco CCB.

Auch in der Fassade ist Passivhaus-Niveau möglich: Aluprof MB-SR50N HI+ und MB-MT50N sind mit PHI-Zertifikat A+ ausgezeichnet, Procural PF152HI ist Passivhaus-zertifiziert. So lassen sich Fenster und Pfosten-Riegel-Fassade eines Gebäudes auf dasselbe energetische Niveau bringen.

Die Verglasung bestimmt einen großen Teil des Ergebnisses

Der Glasanteil eines Fensters ist meist größer als der Rahmenanteil. Deshalb hat die Verglasung erheblichen Einfluss auf den Uw-Wert. Für Passivhaus-Niveau wird in der Regel Dreifach-Isolierglas mit Edelgasfüllung und Low-E-Beschichtung eingesetzt. Wichtig sind außerdem:

  • Warme Kante: Ein thermisch verbesserter Abstandhalter senkt den Psi-Wert am Glasrand und verringert das Risiko von Kondensat.
  • g-Wert: Der Gesamtenergiedurchlassgrad bestimmt, wie viel Sonnenenergie ins Gebäude gelangt. Im Winter ist ein höherer Wert erwünscht, bei Büros mit großen Glasflächen oft ein niedrigerer, um Überhitzung zu vermeiden.
  • Glasgewicht: Dreifachverglasung ist schwer. Flügelgröße, Beschlag und Profiltiefe müssen dazu passen.
  • Zusatzfunktionen wie Schallschutz oder Sicherheitsglas verändern Aufbau und Gewicht und damit auch den Ug-Wert.

Der Einbau entscheidet über die reale Leistung

Ein zertifiziertes Fenster bringt wenig, wenn der Anschluss an die Wand zur Wärmebrücke wird oder Luft durchlässt. Beim Einbau gilt das bewährte Prinzip: innen luftdicht, außen schlagregendicht und dampfdiffusionsoffen, dazwischen gedämmt. Für Passivhäuser wird das Fenster meist in der Dämmebene positioniert, um die Einbauwärmebrücke klein zu halten.

  1. 1Lage des Fensters in der Wand früh festlegen und den Einbau-Psi-Wert in der Energiebilanz berücksichtigen.
  2. 2Anschlussbänder und Folien passend zu Wandaufbau und Fensterprofil planen.
  3. 3Befestigungsmittel so wählen, dass Lasten sicher abgetragen werden, ohne die Dämmebene zu durchbrechen.
  4. 4Anschlüsse an Fensterbank, Sturz und Sonnenschutz im Detail abstimmen.
  5. 5Luftdichtheit nach dem Einbau prüfen, bevor Verkleidungen die Anschlüsse verdecken.

Gerade bei Aluminiumfenstern in Objektbauten wird der Einbau oft von einem anderen Gewerk geplant als das Fenster selbst. Umso wichtiger ist es, dass Fensterhersteller, Fassadenbauer und Rohbau die Anschlussdetails gemeinsam festlegen. Eine gute Abstimmung verhindert Nachträge und sorgt dafür, dass der gemessene Luftdichtheitswert des Gebäudes erreicht wird.

Der Uw-Wert beschreibt das Fenster, die Energiebilanz des Gebäudes hängt aber vom eingebauten Fenster ab. Profil, Glas und Einbau müssen zusammen geplant werden.

Sommerlicher Wärmeschutz, Lüftung und große Formate

Ein Niedrigenergiegebäude muss nicht nur im Winter wenig Wärme verlieren, sondern sich im Sommer auch nicht überhitzen. Gerade Bürogebäude mit großen Glasflächen brauchen einen wirksamen Sonnenschutz. Schüco AWS 120 CC.SI integriert mit Schüco CCB einen Sonnenschutz direkt in das Fenstersystem. Bei Fassaden verbindet Aluprof MB-SR50N ZS die Pfosten-Riegel-Fassade mit außenliegenden Raffstores oder Screens.

Auch die Lüftung spielt eine Rolle. In Passivhäusern übernimmt meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung den Luftwechsel, die Fenster werden trotzdem öffenbar geplant, etwa für die Nachtauskühlung. Dreh-Kipp-, nach außen öffnende oder Parallel-Ausstellfenster bieten hier unterschiedliche Möglichkeiten, die zur Nutzung passen müssen.

Große Formate sind mit Aluminium gut möglich, weil die Profile auch schwere Dreifachverglasungen tragen. Bei sehr großen Flügeln sollten Beschlag, Flügelgewicht und Bedienkomfort früh geprüft werden. Wo Fensterbänder in eine Glasfassade übergehen, lohnt ein Blick auf abgestimmte Systeme aus Fenster und Pfosten-Riegel-Fassade, damit Anschlüsse und Optik einheitlich bleiben. Die passenden Fassadensysteme finden Sie in unserer Kategorie Fassadensysteme.

Nationale Anforderungen und Förderung

Welche U-Werte für ein Projekt gefordert sind, hängt vom Gebäudetyp, vom energetischen Standard und von der Förderung ab. In Deutschland sind das Gebäudeenergiegesetz und gegebenenfalls die Bedingungen der KfW-Förderung maßgeblich, in anderen Ländern die jeweiligen nationalen Regelwerke. Prüfen Sie die aktuelle nationale Anforderung für Ihr Projekt, bevor Sie Systeme ausschreiben. Wir helfen Ihnen dann, das passende System mit ausreichender Reserve zu finden.

Alle Fenstersysteme mit Kennwerten finden Sie in unserer Kategorie Aluminiumfenster. Senden Sie uns Ihre Fensterliste, Ansichten und die energetischen Vorgaben über unsere Kontaktseite: Die Projektberatung ist kostenlos, und Sie erhalten innerhalb von 1–2 Werktagen eine Rückmeldung.

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